Fördermaßnahmen Legasthenie, LRS in Bayern

Zur Minderung der aus Legasthenie/ LRS resultierenden Nachteile, werden auch in Bayern Fördermaßnahmen der Schule für die betroffenen Kinder angeboten.

Feststellung von Legasthenie/ LRS:

Voraussetzungen für die Fördermaßnahmen ist die Feststellung von Legasthenie/ LRS.

Ziffer IV Verwaltungsvorschriften Förderung von Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Erernen des Lesens und Rechtschreibens:
Als ausreichende Bestätigung für das Vorliegen einer Legasthenie gelten fachärztliche Bescheinigungen, die durch einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychatrie, ein Sozialpädiatrisches Zentrum oder eine andere, entsprechend aus- oder weitergebildete Fachkraft im Zusammenwirken mit einem im Schuldienst tätigen Schulpsychologen der jeweiligen Schulart erstellt wird. Voraussetzung für die Anerkennung einer fachärztlichen Bescheinigung durch den Schulpsychologen ist eine multitaxiale Diagnostik, wie sie auch im Rahmen der Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII nach den Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit durchgeführt wird. Der Schulpsychologe faßt die Aussagen der fachärztlichen Bescheinigung zusammen und leitet der Schule die Entscheidung sowie Empfehlungen für angemessene Förder- und Hilfsmaßnahmen zu. Die fachärztliche Bescheinigung sowie weitere Befundberichte selbst verbleiben beim Schulpsychologen. Die Anerkennung einer Lese- und Rechtschreibschwäche erfolgt durch den örtlich zuständigen Schulpsychologen. Das Gutachten über das Vorliegen einer Legasthenie ist beim Übertritt von der Grundschule in eine weiterführende Schule (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) neu auszustellen bzw. vom zuständigen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychatrie im Zusammenwirken mit dem jeweils zuständigen Schulpsychologen zu bestätigen. Bei Schülern mit einer vorübergehenden Lese- und Rechtschreibschwäche sind die durch die Förderung erreichten Verbesserungen im Abstand von höchstens 2 Schuljahren durch den Schulpsychologen zu überprüfen. Die weitere Gewährung von Hilfsmaßnahmen sowie die Berücksichtigung bei der Leistungsbewertung sind dem Entwicklungsstand anzupassen.

Die Feststellung von Legasthenie/ LRS zum Zwecke der Einleitung von Fördermaßnahmen ist deshalb so bedeutsam, weil hierdurch

  • zum einen eine tatsächliche Verbesserung der Situation herbeigeführt werden kann,
  • zum anderen sich hieraus aber auch Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen ergeben, was die Leistungsbeurteilung, die Versetzung und auch das Übertrittszeugnis betrifft.

Insofern lohnt es sich, bei Anhaltspunkten die nachfolgenden Punkte notfalls durchzufechten, da es widrigenfalls streitig werden kann, ob man die vorbenannten Nachteilsausgleiche trotzdem erhält.

Für weitergehende Fragen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Problematik der Beendigung von Fördermaßnahmen Legasthenie/ LRS:

Artverwandt ist die Problematik der Beendigung von Fördermaßnahmen:

  • Der Schüler wird durch die Beendigung der Fördermaßnahmen nämlich faktisch in ein tiefes Loch geworfen, denn jedwede Beendigung von Fördermaßnahmen hat selbstverständlich eine erhebliche Verunsicherung zur Folge.
  • Zudem ist zu erwarten, daß nach Beendigung der Fördermaßnahmen die hierauf aufbauenden Nachteilsausgleiche bei der Leistungserfassung, der Versetzung und dem Übertrittszeugnis dann erst einmal nicht mehr beachtet werden (was natürlich nicht heißen muß, daß das auch zulässig ist, streitig und risikoreich ist es aber allemal). 

Für weitergehende Fragen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

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