Legasthenie, LRS und Dyskalkulie und Schule - Rechtslage Bayern:

LRS, Dyskalkulie Legasthenie und Schule - Nachteilsausgleich:

Bei der Legasthenie, Lese- und Rechtschreibschwäche (im folgenden als LRS bezeichnet), Dyskalkulie (Rechenschwäche) und artverwandten, wissenschaftlich teils noch nicht näher spezifizierten Erscheinungsformen handelt es sich aus juristischer Sicht um Nachteile des einzelnen Schülers, die dazu führen, daß er geringere Chancen als die anderen Schüler hat.

  • Auf Grund des im Schulrecht geltenden Grundsatzes der Chancengleichheit muß dafür Sorge getragen werden, daß diese Nachteil behoben wird und bis dahin ein Nachteilsausgleich erfolgt. Auch wenn es seitens der Verwaltung oftmals "anders" dargestellt wird, geht es schlußendlich nämlich nur darum, allen Schülern dieselben Chancen einzuräumen.

Dyskalkulie, Legasthenie, LRS und Schule - Kultusministerkonferenz:

Die einzelnen Bundesländer haben auf Grundlage eines Beschlusses der Kultusministerkonferenz vom 20.04.1978 und eines weiteren Beschlusses vom 04.12.2003 (dieser wiederum inzwischen in der Fassung vom 15.11.2007) normative Regelungen zur Berücksichtigung von Legasthenie und LRS getroffen. Einige Länder gehen inzwischen auch weiter und beziehen ähnliche Nachteile, wie Dyskalulie, in diese normativen Regelungen ein.

Insgesamt ist allerdings zu konstatieren, daß selbst in diesen "fortschrittlicheren" Ländern auch 30 Jahre nach dem ersten Beschluß der Kultusministerkonferenz zu LRS keine Rechtslage geschaffen wurde, die für die betroffenen Schüler einen annähernd zufriedenstellenden Zustand schafft.

Legasthenie, LRS, Dyskalkulie und Schule - Regelungen in Bayern:

Bayern gehört im Bereich von Legasthenie und LRS sicher zu den fortschrittlicheren Bundesländern. In den Verwaltungsvorschriften zur Förderung von Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und Rechtschreibens werden verhältnismäßig weitgehende Regelungen getroffen.

  • Ein Problem ist sicher die Differenzierung zwischen einer Lese- und Lernstörung (Legasthenie) und einer Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie) hinsichtlich der Voruassetzungen und hieraus resultierenden Rechtsfolgen.
  • Andere Bundesländer nehmen diese Differenzierung nicht vor, was den Nachweis erleichtert und Spitzfindigkeiten vermeidet. 

Im Bereich der Dyskalkulie gibt es in Bayern demgegenüber keine Regelungen, wie dies beispielsweise in Hessen bereits der Fall ist. Ein Nachteilsausgleich wird hier meist nicht anerkannt, was aber nicht heißen muß, daß man sich einen solchen nicht im Einzelfall auch argumentativ erstreiten kann.

  • Nach richtiger Auffassung muß der Nachteilsausgleich in Bayern - auch nach derzeitiger Rechtslage und ohne explizite Regelung - nicht nur Legasthenie und LRS, sondern auch die Dyskalkulie und ähnliche, wissenschaftlich noch nicht näher spezifizierte Phänomene umfassen - und zwar umfassend. Dies gebietet der Grundsatz der Chancengleichheit, der das gesamte Schulrecht überlagert. Auf dieser Linie erfolgen auch die in den nachfolgenden Gliederungspunkten dargestellten Ausführungen.

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