Schulnoten, Benotung Legasthenie, LRS in Bayern:

Feststellung von Legasthenie/ LRS:

Wird hinsichtlich der Teilnahme von Fördermaßnahmen mal ein Auge zugedrückt, wird dies schon schwieriger bei der Leistungserfassung. Für die nach Verwaltungsauffassung notwendigen Voraussetzungen der Feststellung von Legasthenie/ LRS verweise ich auf meine Ausführungen bei den Fördermaßnahmen Legasthenie/ LRS.

Von Relevanz bei der Benotung kann insbesondere sein, ob eine Legasthenie oder "nur" LRS diagnostiziert wurde. Rechtsschutz kann sich hier durchaus lohnen. Für nähere Informationen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Nachteilsausgleiche bei Legasthenie/ LRS bei der Leistungserfassung:

Die Nachteilsausgleiche bei der Leistungserfassung bei Legasthenie sind in Bayern - im Vergleich zu den meisten anderen Bundesländern - weitreichend:

  • Schüler mit einer gutachterlich festgestellten Legasthenie sind von der Erhebung an schriftlichen Leistungserhebungen, die ausschließlich der Feststellung von Rechtschreibkenntnissen dienen (insb. Diktate), zu befreien. Nehmen Sie freiwillig teil, so werden sie nur verbal beurteilt.
  • Vorgesagtes sollte auch für Fremdsprachen gelten, da diese gleichgestellt werden.
  • Auch in anderen Fächern als Deutsch (oder den Fremdsprachen) können Nachteilsausgleich bei Legasthenie erfolgen, insbesondere müssen Zeitzuschläge bis zur Häfte der regulären Arbeitszeit erfolgen, wenn Schwierigkeiten bestehen, die Fragen zu lesen, zu erfassen, zu verarbeiten und niederzuschreiben.
  • Insbesondere werden auch Nachteilsausgleiche benannt, die das Vorlesen von Aufgaben beinhalten, mündliche durch schriftliche Prüfungen ersetzen oder technische Hilfsmittel zulassen.

Liegt "nur" LRS vor, wird dies schwieriger:

  • Bei Diktaten liegt es im pädagogischen Ermessen der Lehrkraft, inwiefern die Leistungserfassung dem individuellen Leistungsstand angepaßt wird, indem man beispielsweise das Diktat verkürzt, Lückendiktate stellt usw.
  • Zeitzuschläge können hier erfolgen, müssen aber nicht usw.

Insgesamt ist festzuhalten, daß zwar verhältnismäßig weitreichende Regelungen bestehen, diese allerdings noch von einem vollständigen Nachteilsausgleich entfernt sind und auch Spielräume belassen, die insbesondere bei LRS Raum für unterschiedliche Sichtweisen belassen.

Für weitergehende Fragen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Benotung, Schulnoten bei Legasthenie und LRS in Bayern:

Auch die Benotung bei Legasthenie und LRS ist verhältnismäßig weitreichend geregelt, was natürlich nicht heißt, daß ein vollständiger Nachteilsausgleich erfolgt:

Im Fach Deutsch besteht die größte Relevanz:

  • Bei Schüler mit Legasthenie entfällt die Bewertung des Lesens und Rechtschreibens vollständig.
  • Bei LRS soll demgegenüber eine "zurückhaltende Gewichtung" erfolgen: Bei Diktaten u.ä. "darf" eine notenmäßige Bewertung der Rechtschreibleistungen erfolgen, im übrigen nicht.

Bei Fremdsprachen erfolgt dies ähnlich: So sollen zumindest bei Legasthenie rein rechtschriftliche Leistungen keine Bedeutung erlangen. Im übrigen ist Vieles unklar.

Und in anderen Fächern dürfen mangelnde Rechtschreibleistungen nicht in die Benotung einfließen.

Insgesamt gibt es auch hier zahlreiche Konfliktmöglichkeiten. Für Einzelheiten kontaktieren Sie mich bitte direkt.

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